Umweltausschuss erkundet Naturschutzmaßnahmen

Blühstreifen, die Schierenbeke und Obstwiesen: Naturschutzbeirat und Umweltausschuss erkunden Naturschutzmaßnahmen im Kreisgebiet

Kreis Herford. Naturkunde mal anders: Einmal im Jahr bereisen Umweltausschuss und Naturschutzbeirat den Kreis Herford, um verschiedene Naturschutzmaßnahmen des Kreises zu begutachten und zu beurteilen. In diesem Jahr schauten sich die Mitglieder einen Blühstreifen in Bünde sowie verschiedene Kompensationsmaßnahmen in Rödinghausen an.

Erste Anlaufstelle war der Blühstreifen auf einer Ackerfläche an der Werfer Straße in Bünde. Hier wird ein Blühstreifen angelegt, der auf natürlichem Wege entsteht und einen sichereren Lebensraum für Tiere und Pflanzen bietet. Er stellt Deckungsmöglichkeiten und ein reichhaltiges Nahrungsangebot bereit. Die Maßnahme wird durch die Anpflanzung von standorttypischen Sträuchern wie Haselnuss, Kornellkrische oder Schneeball ergänzt.

Nächster Halt auf der Tour war die Rödinghauser Schierenbeke im Bereich der Straße Tannenhöhe. Das Fließgewässer ist der größte Zulauf der Großen Aue im Kreisgebiet, besitzt jedoch einen ca. 250 Meter langen Abschnitt in schlechtem ökologischem Zustand. Der Grund: An der Ostgrenze des Naturschutzgebietes strömte der kleine Bach unterirdisch, durchquerte einen Feuerlöschteich und fiel danach durch einen Absturz fast vier Meter tief. Für bachaufwärts schwimmende Lebewesen war dieser Abschnitt ein unüberwindbares Hindernis. Mit Hilfe der Maßnahmen des Kreises konnte die Schierenbeke um den Feuerlöschteich herum gelegt werden, ohne dabei den wertvollen Erlenbruchwald zu beeinträchtigen. Dazu mussten zwischen Anfang 2018 und Mitte 2019 rund 600 Tonnen Bauschutt sowie knapp 1400 Tonnen Boden aussortiert und entsorgt werden. Der ökologische Zustand des Baches ist nun langfristig verbessert, heimische Tierarten können sich wieder ansiedeln.

Der dritte Halt der Busreise der Umweltexperten war der Laubwald nahe des Rödinghauser Schluchtenwegs. Er wurde 2008 von der Gemeinde Rödinghausen zum Ausgleich für mehrere Bauvorhaben mit einem Waldmantel als Verbindung zu südlich gelegenen Gehölz- und Grünlandflächen aufgeforstet. Auf knapp 7000m” stehen nun u.a. Baumarten wie Rotbuche, Waldkirsche und Weißdorn. „Solche Strukturen dienen für verschiedene Wandertiere wie Igel oder auch Fledermäuse als Leitlinien, an denen sie sich auf dem Weg aus dem oder in den Wald orientieren“, erklärt Karl-Heinz Diekmann vom Umweltamt. Die Maßnahmen wurden von den Ausschussmitgliedern als gelungen angesehen.

Nur wenige Meter entfernt wurde zum Abschluss eine Streuobstwiese angesehen, die als Kompensation für die Errichtung eines Kultur- und Sportzentrums angelegt wurde. Die Gemeinde Rödinghausen wird in fachlicher Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Herford die Pflege der Streuobstwiese mit einer 60 Meter langen angrenzenden Hecke umstellen. Die z.T. überalterte und durchgewachsene Hecke wird verjüngt, die Streuobstbäume geschnitten und die Grünlandfläche extensiv bewirtschaftet.

Eine gemeinsame Bustour des Umweltausschusses und des Naturschutzbeirates wird in der Regel einmal im Jahr organisiert und hat immer unterschiedliche Schwerpunkte. Beide Gremien haben thematisch viele Anknüpfungspunkte.

Zusatzinfo:
Der Ausschuss für Umwelt, Gesundheit und Planung des Kreises Herford besteht aus 18 Mitgliedern der Parteien des Kreistages, dem politischem Parlament des Kreises Herford. Der Ausschuss ist u.a. zuständig für alle Angelegenheiten des Umwelt-, Natur und Landschaftsschutzes im Kreis Herford. So gibt es beispielsweise über 40 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von über 1.600 Hektar. Der Ausschuss berät die Angelegenheiten des Kreistages vor und kann auch ggf. abschließend entscheiden.

Der Naturschutzbeirat des Kreises Herford besteht aus 16 Mitgliedern. Er vertritt die Belange von Natur und Landschaft und soll bei Pflege, Entwicklung und Schutz der Landschaft mitwirken. Er berät darüber hinaus die untere Landschaftsbehörde des Kreises Herford. Die Sitzungen des Beirats sind öffentlich, denn sie haben auch die Absicht Naturschutz und Landschaftspflege der Öffentlichkeit näher zu bringen. Die Mitglieder des Beirates sind vom Kreistag berufen.

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