Jugend, Sexualität und kulturelle Identität

Jugend, Sexualität und kulturelle Identität

Kreis Herford. Sexualität ist ein Grundbedürfnis für viele Menschen – oft ist der Zugang zu diesem sensiblen Bedürfnis aber durch Moralvorstellungen, Gebote und Verbote der Kulturen und durch Religionen geprägt. Da dies bei vielen Menschen Unsicherheit auslöst, sind Kenntnisse und Gepflogenheiten bei diesem Thema vor allem für Fachkräfte wichtig, die bei Beratungen mit Klienten darüber sprechen. Am Montag, 12.09., fand daher der Fachvortrag „Jugend, Sexualität und kulturelle Identität“ im Rahmen der Interkulturellen Woche 2018 im Kreishaus statt.

„Die Grenzen meiner Welt sind die Grenzen meiner Muttersprache.“, erklärt die Referentin Dr. Solmaz Golsabahi-Broclawski in ihrem Vortrag. Die Leiterin des Instituts für transkulturelle Kompetenz verdeutlicht, dass die Kommunikation über verschiedene Sprachen hinweg sehr schwierig ist. „Wie offen ist unsere deutsche Gesellschaft eigentlich, wenn es um Sex geht?“ Mit dieser Frage wird deutlich, dass viele Menschen, unabhängig von ihrer Religion, Kultur oder ihrem Herkunftsland, Probleme haben, über Sexualität zu sprechen.

Die Veranstaltung sprach besonders Fachkräfte an, die mit Jugendlichen und jungen Heranwachsenden mit Migrationshintergrund tätig sind. Vor allem bei Beratungen ist ein interkultureller und transkultureller Zugang zu dem Thema „Liebe und Sexualität“ notwendig für den Berufsalltag. Die Reflexion der eigenen Sexualität ist eine wichtige Grundlage, um mit anderen Personen über Sexualität zu sprechen oder sie zu beraten.

Organisiert wurde die Veranstaltung von der Fachstelle sexuelle Gesundheit/Aids-Beratung, der Geschäftsstelle Gesundheitskonferenz und dem Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Herford. Bei Fragen zur sexuellen Gesundheit berät das Gesundheitsamt anonym, kostenfrei und vertraulich unter der Tel. 05221/132133.

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