Gewässerschau in Vlotho – Forellenbach im Fokus

Kreis Herford. In der vergangenen Woche fand die diesjährige Gewässerschau durch Mitarbeitende des Kreises Herford in Vlotho statt.

Insgesamt werden in diesem Jahr bis zum 31. März insgesamt 11 Gewässer im Kreisgebiet überprüft. Gewässerschauen finden jedes Jahr statt, verschiedene Gewässer im Kreisgebiet werden dabei betrachtet, um wasserwirtschaftliche Missstände an den Gewässern festzustellen oder über mögliche ökologische Maßnahmen den Zustand der Gewässer zu verbessern. Solche Maßnahmen werden im Kreis Herford durch das Weser-Werre-Else-Projekt (WWE) unterstützt. Dazu gehören beispielsweise neu errichtete Furten, beseitigte Strukturbeeinträchtigungen oder Gewässer, die naturnah umgestaltet werden.

In Vlotho wurde dieses Jahr an zwei Tagen der Forellenbach von der Quelle bis zur Einmündung in die Linnenbeeke samt den Nebengewässern genauer untersucht. Der Oberlauf des Gewässers und die dortigen Zuflüsse sind vor allem landwirtschaftlich geprägt. „Hier besteht noch Handlungsbedarf bei der Herstellung von Uferrandstreifen bei Flächen mit Hangneigung zum Gewässer.“, sagt Maren Wilmsmeier von der Unteren Wasserbehörde des Kreises Herford. Uferrandstreifen oder auch Gewässerrandstreifen sind begrünte Streifen auf Ackerflächen entlang von Gewässern. Sie bilden unter anderem einen Schutz für Gewässer, da sie eine Barriere für Dünge- oder Pflanzenschutzmitteln darstellen. Zudem dienen sie der Wasserspeicherung und der Sicherung des Wasserabflusses.

Positiv ist, dass der Forellenbach auch von einigen naturnahen Abschnitten geprägt ist. Lediglich in Siedlungsbereichen kommt es vereinzelnd zu Beeinträchtigungen durch Ablagerungen und bauliche Anlagen. Hinzu kommen diverse Strukturbeeinträchtigungen im Ufer- und Böschungsbereich. In diesem Fall sind das zum Beispiel marode Weidenzäune, Stacheldraht oder alte Betonrohre.

Im Ortskern ist der Forellenbach oft stark durch Ufermauern eingeschränkt. Auch auffällig: Die Gartennutzung erstreckt sich hier häufiger bis unmittelbar zur Böschungsoberkante.

Für Grundstückseigentümer und Anlieger gilt daher: Gartenabfälle und Bauschutt sollten auf keinen Fall im und am Böschungsbereich von Gewässern abgelagert werden. Bei Hochwasser können Anliegergrundstücke und andere Bebauungen gefährdet werden, wenn diese vom Wasser weggespült werden. „Insgesamt ist der Oberlauf des Forellenbaches jedoch zu großen Teilen in einem strukturell guten Zustand. Punktuell sehen wir aber noch Bedarf für Verbesserungen.“, erklärt Nora Wurms zusammenfassend.

Sofern Gartenabfälle nicht über eine Bio-Tonne entsorgt werden können, sind sie entweder auf einer Kompostierungsanlage oder auf dem eigenen Grundstück sachgerecht zu kompostieren und zwar außerhalb des Gewässerrandstreifens mit einem Abstand von fünf Metern zur Böschungsoberkante. Auch Gartenhäuser, Schuppen oder ähnliche Anlagen gehören nicht an den Gewässerrandstreifen. Der vom Umweltamt erstellte Flyer „Ratgeber für Bachanlieger“ gibt hierzu einen Überblick. Er kann unter dem folgenden Link von der Internetseite des Kreisumweltamtes heruntergeladen werden. (https://www.kreis-herford.de/UND-BEWEGEN/Umwelt-Natur-und-Klima-sch%C3%BCtzen-Abfall-entsorgen/Wasser/Gew%C3%A4sserschau)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.