Sonnenenergie auf der Kreissporthalle

Kreis Herford. Aus Licht wird Energie: Auf den beiden Dachflächen der Kreissporthalle in Herford wird nun auch Strom erzeugt. Anfang der Woche ist dort eine Photovoltaikanlage (PV-Anlage) ans Netz gegangen. Fast 650 Module (185 Kilowatt-Peak) sind installiert – sie umfassen nahezu die gesamte 1260 Quadratmeter große Dachfläche.
Die PV-Anlage wurde bereits Ende Januar installiert, hat rund 150.000€ gekostet und wird von der Friedensfördernden Energie-Genossenschaft Herford (FEGH eG ) betrieben. Die Installation der Anlage auf der Kreissporthalle wurde innerhalb von nur 3 Monaten in enger Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung Herford und dem Beratungsunternehmen für Erneuerbare Energien „Planet in Green“ aus Bad Salzuflen realisiert. Schnelles Handeln war auch wegen der drohenden Sonderkürzungen der Einspeisevergütung ab Februar 2019 nötig – diese wurden im Rahmen des Energiesammelgesetzes im November 2018 beschlossen. Mit der Inbetriebnahme zum 31. Januar 2019 kann für die PV-Anlage noch eine Einspeisevergütung von 10,36 Cent pro Kilowattstunde in Anspruch genommen werden. Der erzeugte Strom wird in das Stromnetz von Westfalen Weser Netz eingespeist, erklärt Barbara Rodi vom Vorstand der „FEGH eG“:

„Wer Bürgerstrom von der FEGH eG bezieht, kann seinen Strom direkt vom Dach der Kreissporthalle bekommen. Der Strom reicht für ca. 85 Haushalte aus. Dadurch, dass die Solarmodule sehr günstig sind und der Strompreis derzeit weiter ansteigt, tilgen sich die Kosten einer an den Eigenverbrauch angepassten PV-Anlage schon nach 8-10 Jahren, die auf dem Kreissporthallendach nach 13 Jahren. Ich kann also nur dazu ermutigen, sich eine PV-Anlage anzuschaffen “.

Jedes Jahr wird die Anlage auf dem Sporthallendach voraussichtlich 170.000 kWh Strom erzeugen. Damit werden rund 100 t CO2 vermieden. Der Kreis Herford hat in seinem Klimaschutzkonzept festgelegt, dass er seinen CO2 -Ausstoß bis zum Jahr 2030 um 30 Prozent senken wird – dazu trägt dieses Projekt bei. Der Kreis Herford trägt als Eigentümer des Gebäudes durch eine günstige Bereitstellung der Fläche zur Rentabilität des Projektes bei. Damit wird ein weiteres Ziel des kreisweiten Klimaschutzkonzeptes erfüllt, nämlich Projekte für erneuerbare Energien und auch Bürgerenergieprojekte zu fördern, so Landrat Jürgen Müller:

„Der Kreis Herford unterstützt dieses Projekt um Bürgerinnen und Bürger dazu zu animieren, selbst aktiv zu werden. Klimaschutz ist ein Puzzle-Spiel mit vielen kleinen Teilen, die wir zusammensetzen müssen. In unserem kreisweiten Klimaschutzkonzept setzen wir viele kleinere und größere Maßnahmen durch. Dazu gehören beispielsweise der Sanierungswettbewerb, der Kreis der guten Beispiele oder der Car-Sharing-Fuhrpark, der am Kreishaus verortet ist und für jeden zur Verfügung steht“.
Besonders geeignet für weitere PV-Anlagen sind auch andere Dächer der Berufskollegs des Kreises. Auf dem Dach der neuen Rettungswache des Kreises in Spenge ist ebenfalls eine PV-Anlage in Betrieb – in Vlotho ist eine in Planung. Darüber hinaus wird versucht, eine große PV-Anlage auf der Deponie Reesberg in Kirchlengern zu verwirklichen. Auch hier kooperiert die „FEGHeG“ mit dem Kreis.

Zusatzinfos zur Friedensfördernden Energie-Genossenschaft Herford

Gegründet wurde die „FEGHeG“ (Friedensfördernde Energie-Genossenschaft Herford eG) 2012. Die Genossenschaft hat 180 Mitglieder. Sie unterstützen mit ihrem Beitrag den Klimaschutz im Kreis Herford und Umgebung.

Der auf Dächern und auf Freiflächen erzeugte „Bürgerstrom“ der Genossenschaft kann direkt im Kreis Herford verbraucht werden. Die im Kreis erzeugte Erneuerbare Energie wird über die Dachgenossenschaft Bürgerwerke eG, in der die FEGH eG Mitglied ist, vermarktet.
Der Ökostrom der Bürgerwerke (Bürgerstrom) hat das hochwertige Zertifikat
„Grüner Strom Label“ und ist preislich mit anderen Anbietern vergleichbar oder günstiger.

Weitere Ziele: Sich für eine atomkraftfreie und ökologische Wandlung von Energie aus erneuerbaren Quellen und deren Vertrieb einzusetzen, um so gemeinsam eine bezahlbare und umweltfreundliche Energiewende voran zu treiben, Klimaschäden sowie Energieimporte und Ressourcenkriege zu vermeiden, CO2 Reduktion und Aufbau einer regionalen Energie-Autonomie.

Weitere Infos: www.fegh.de/bürgerstrom.

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