Kein Hinweis auf Rekordwinter

La Niña und die Folgen

La Niña ist zurück. Diese Temperaturanomalie im Pazifik wirbelt das Wetter in vielen Teilen der Erde durcheinander. Für Deutschland wird deshalb mitunter ein “Rekordwinter” und Weiße Weihnachten erwartet. Diese Spekulationen aber bedürfen der Einordnung.

Eine La Niña macht noch keinen Winter

Ähnlich wie der Gegenspieler El Niño bringt auch La Niña das Wetter weltweit durcheinander. Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline, erklärt: „Für Mitteleuropa aber gibt es keine eindeutigen Hinweise auf einen Einfluss von La Niña. Das letzte Ereignis war im Jahr 2010, als es in Mitteleuropa einen kalten schneereichen Winter gab. Wahrscheinlich basiert die Vermutung eines bevorstehenden kalten Winters auf diesem Jahr. Das Zusammentreffen im Jahr 2010 hatte allerdings keinen wissenschaftlichen Zusammenhang, denn der kalte Winter hatte andere Gründe.“

„Hinzu kommt, dass die Winter bei vorherigen La Niña-Ereignissen, wie zum Beispiel von 1998 bis 2000, eher mild waren. Zum Zusammenhang von La Niña oder El Nino auf das Wetter in Europa gibt es wissenschaftliche Analysen. Auch diese zeigen keinen eindeutigen Trend. Es gibt in Mitteleuropa Jahre mit kalten, aber auch mit milden Wintern bei La Niña. Insofern gilt wie immer bei Jahreszeitenprognosen: Warten wir es einfach mal ab“, so Goldhausen.

Anzeichen von La Niña

Während eines La Niña- Ereignisses herrschen ungewöhnlich hohe Luftdruckunterschiede zwischen Südamerika und Indonesien, was zu stärkeren Winden führt. „Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) sieht ein sogenanntes La Niña – Ereignis für die nächsten Wochen als sehr wahrscheinlich an. Dafür gibt es zwei Hinweise: Zum einen liegt in einem bestimmten Bereich im äquatorialen Pazifik die Meeresoberflächentemperatur mehr als 0,5 Grad unter dem Durchschnitt. Zum anderen hat sich die atmosphärische Zirkulation verändert. Im Wesentlichen heißt dies, dass die Passatwinde im Pazifik stärker geworden sind. Am meisten sind Regionen von La Niña betroffen, die unmittelbar am Pazifik liegen“, weiß der Meteorologe.

Auswirkungen des Ereignisses

Unter Einfluss La Niñas fällt an der australischen Nordostküste sowie in Südostasien tendenziell mehr Niederschlag. In Südamerika regnet es hingegen weniger als üblich, dort ist es vor allem an der Pazifikküste kälter als im Durchschnitt. An der Golfküste ist es wärmer, im Atlantik bilden sich oft mehr Hurrikane. Auch in anderen Bereichen hat La Niña Einfluss. So hat das Horn von Afrika häufiger mit Dürren zu kämpfen, während es in Südafrika nasser als üblich ist.

Bild: Herford-aktuell Archiv

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