“Wildes Leben” in der Galerie Bach

Am Mittwoch, dem 19. Juni fand eine weitere Autorenlesung unter dem Motto “Wildes Leben” in der Galerie Bach in Herford-Elverdissen statt.

Zunächst las der Verleger Bernd Hoffmann aus Detmold (Hober-Verlag) aus dem spannenden Roman “Raketenzeit”, geschrieben von Robert von Weinmann (Pseudonym). In dem enthüllungsreichen Buch geht es um die Opel-Raketenforschung aus den Jahren 1928/1929. Besonders der Tag 11.4.1928 ist in die Geschichte ist eingegangen. Fritz von Opel hat einen Raketenantrieb für das Opel-Modell, genannt “Laubfrosch” entwickelt, der auf der opeleigenen Rennstrecke zunächst getestet und später sozusagen als Krönung auf der Berliner Avus dem breiten Publikum vorgestellt wurde, spannend bis – wortwörtlich – fast zur Zerreißprobe. Später sollte auf Grund der mit viel Mut und Pioniergeist gemachten Erfahrungen auf der Rennstrecke auch ein erstes Flugzeug mit einem Raketenantrieb auf der Wasserkuppe in der Rhön gestartet werden. Schon damals konnte der seinerzeit größte deutsche Autobauer Opel, namentlich Fritz von Opel, potente Interessenten aus den USA für dieses Mammutprojekt interessieren. Diese Erfindung sollte für immer die Fliegerei verändern. Das Buch ist voller Spannung, Zweifel, aber auch Jubel und Ehrfurcht vor dieser neuen Technik. Es beschreibt auch sehr anschaulich die Lebensumstände der Menschen in den “Goldenen Zwanzigern” sowie in der Zeit der Weltwirtschaftskrise und spiegelt sehr anschaulich das Leben aus Sicht des Fritz von Opel zu dieser Zeit wider. Der Autor hat gründlich recherchiert und es als Roman unter dem Titel “Raketenzeit” auf den Markt gebracht.

 

Im zweiten Part des Abends las die 21 Jahre alte Autorin Cynthia Pfaffhausen aus Löhne aus ihrem Buch “In Geschichten leben”. Es handelt sich hierbei um moderne Lyrik und Gedichte, die sich mit Themen wie Bewusstsein, Gefühle, Schicksal und Gesellschaftskritik befassen. Die aparte Autorin, die von sich sagt, dass sie viel nachdenkt: “Unser Leben besteht aus Geschichten, die wir immer weiter erzählen”. Sie beschreibt eine tiefgründige Liebesgeschichte voller Zweifel, Narben, Ungewissheit, aber auch von Hoffnung, tiefer Liebe. In der zweiten Geschichte “Keine Zeit für Träume” möchte sie alte Ideen entstauben, hinter den Horizont schauen, auf der Bühne tanzen und die Traummelodie singen. Träume verschönern die Wirklichkeit. Viele Erwachsene haben keine Zeit mehr für Träume, dabei ist doch Träumen auch Zukunftsplanung. Viele Erfindungen waren vorher Träume, denen wir heute unsere Bewunderung geben. Ebenso beschreibt sie poetisch, dass wir achtsam sein sollten, mit unserer Umwelt, mit unseren Erlebnissen und mit geliebten Menschen. Die Acht nehmen, sie drehen, auf die Seite legen und sehen, dass alles unendlich währt.

Cynthia Pfaffhausen’s Lyrikband hält viele Gedichte und Geschichten bereit, die – jede für sich – zum Nachdenken anregen und mit ihrer Gesellschaftskritik auch den Zeitgeist treffen. Schon als Kind hatte die Autorin sich angewöhnt, Eindrücke ihres Lebens literarisch – meist in Form von Kurzgeschichten und Gedichten – zu verarbeiten. Cynthia Pfaffhausen hatte bereits mehrere Poetry-Slam-Auftritte.

Beide Bücher sind im Hober-Verlag erschienen.

 

Bis zum 30.6.2019 können die Besucher der Galerie noch die aktuelle Gemälde- und Skulpturenausstellung von einigen Mitgliedern des Künstlerforums Herford bestaunen und z.T. erwerben. Es handelt sich um Gemälde von Katja Chaplin, Claudia Bach und Skulpturen von Karl Heinz Sänger. Über die Künstler gibt es noch weitere Informationen auf der Internetseite des Künstlerforums Herford.

 

Künstlerforum Herford / Liane Przybilla

21.6.2019

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