Kulturbörse im Herforder Güterbahnhof

  1. Kulturbörse der Kreise Herford und Minden-Lübbecke im Herforder Güterbahnhof

„Corona geht hoffentlich – Kultur kommt sicherlich“

Kreis Herford-Herford. Im alten Güterbahnhof Herford trafen sich am vergangenen Freitag (29.1.0.2021) rund 90 Menschen, die allesamt viel Sympathie für die Kultur mitgebracht hatten. Gemeinsam von den beiden Kreisen Herford und Minden-Lübbecke organisiert war dies die dritte Kulturbörse, ein inzwischen bewährtes Format für Begegnung und Austausch.

Corona und die damit verbundenen harten Einschränkungen bestimmten einmal mehr das Programm: Abstand und Vorsicht waren geboten, aber die wieder möglichen persönlichen Begegnungen nutzten die Kulturfreundinnen- und freunde reichlich.

Auf der Bühne unterstrich Mindens Landrätin Anna Katharina Bölling, dass die Kultur ihre Wirkung im Herzen erzielt: „Kultur braucht Emotion. Kultur muss live im Herzen stattfinden“. Darin waren sich die Teilnehmenden völlig einig. Trotzdem ließen sie auch Revue passieren, was an wertvollen Neuerungen und Ideen aus der Corona-Zeit dauerhaft Bestand haben dürfte.

Vielseitige Impulse auf der Kulturbörse 2021

Frauke Grams von den KulturScouts OWL, stellte neue digitale Vermittlungsformate für Museen vor. Guido Kostmann, Leiter der Herforder Musikschule, schilderte die Chancen, die in digitaler Kommunikation mit und über Musik stecken – wenn denn die technischen Voraussetzungen stimmen.

Wolfgang Voss, Waschbrett-Spezialist aus Bünde, war mit einer Premiere zur Stelle: Sein brandneuer Kurzfilm zeigt, wie er in sorgfältiger Handarbeit ein Waschbrett baut. Der Film entstand mit Hilfe eines Stipendiums des Landes NRW. Die auftrittslose Zeit kreativ zu überbrücken war die Absicht, verbunden mit neuen Perspektiven – ein gelungenes Projekt.

Und endlich wieder Leben auf der Bühne. Das Gesangsduo KArLinA (Alina Tinnefeld, Karin Scheithauer), die Poetry Slamerin Jamie Sophie Postler und der Sänger, Gitarrist und Kabarettist August Klar sorgten tatsächlich für die emotionalen Momente, die es so lange nicht gab.

Tipps und wertvolle Informationen zu Finanzierungsmöglichkeiten steuerten die Vertreter der Kreise Jan Ebmeier und Rainer Riemenschneider bei. Was das Land möglich macht, zeigte Gisela Wibbing von der Arbeitsstelle Kulturelle Bildung in Remscheid auf. Ergebnisse des erstmalig im Kreis Herford durchgeführten Projekts „KulturGesellin“, brachten die jugendlichen Teilnehmerinnen selbst dem Publikum nahe. In einer zweiwöchigen Arbeitsphase lernten sie Arbeitsweisen der professionellen Künstlerinnen und Künstler kennen und probierten sie aus. Ihr Engagement und der Spaß am künstlerischen Tun war ihnen deutlich anzumerken. Und schließlich: „Handwerk trifft Kultur“, ein frisches Gemeinschaftsprojekt der beiden Kreise, hatte Fotoserien, Videos, Fernsehsendungen, Website und einen Aktionstag in Petershagen-Heimsen im Gepäck. Dafür stehen Anna Sievers und Stefanie Keil. Die beiden kümmern sich in den Kreisen Herford und Minden-Lübbecke vornehmlich um die ehrenamtlich Engagierten in den kleinen Museen der Region.

 

Ob es mit den gemeinsamen Kulturdingen der beiden Kreise weitergeht? Herfords Landrat Jürgen Müller ließ keinen Zweifel aufkommen: „Den Leuten sind kommunale Grenzen doch ganz egal. Hauptsache sie bekommen ein gutes Kulturangebot.“ Und dass es besser gemeinsam als alleine geht, hat die dritte Kulturbörse eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

 

Foto Gruppe: Moderator Jörg Brökel (Mitte) interviewt Anna Bölling, die Landrätin des Kreises Minden-Lübbecke und Landrat Jürgen Müller (rechts)

 

 

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