„Autobahnaktion“ des Kreises Herford von Freitag bis Freitag

Nächste Abfahrt Impfen – „Autobahnaktion“ des Kreises Herford von Freitag bis Freitag

Kreis Herford. Eine Sonderaktion des Kreises Herford und ein Pilotprojekt in NRW: Ab Freitag, dem 16.07.2021, wird für eine Woche von 08:00 bis 18:00 Uhr bis zum nächsten Freitag, dem 23.07.2021, auf dem Parkplatz Herford-Süd an der A2 (Fahrtrichtung Hannover/Berlin) geimpft. Nur am Sonntag gibt es dort keine Impfungen.

Organisiert wird diese NRW-weit einzigartige Aktion – in Kooperation mit der Autobahn Westfalen – vom Impfzentrum Herford, das hier eine mobile Impfstelle aufbaut und den Impfstoff der Firma Johnson & Johnson verimpft. Geplant sind zunächst rund 2.500 Impfdosen. Sie stammen aus einem vom Land NRW zur Verfügung gestellten Sonderkontingent für Personen mit geringerer Erreichbarkeit über die Impfzentren oder ambulante Praxen – wie etwa Fernkraftfahrer/innen oder Saisonarbeitskräfte.

 

Wer wird geimpft?

Grundsätzlich können sich alle Menschen ab 18 Jahren ohne Voranmeldung impfen lassen, auch wenn sie nicht aus dem Kreis Herford kommen. Grundlage für die Aktion ist eine neue Richtlinie des Landes NRW: So sollen mehr Bürger*innen erreicht werden, die aus verschiedenen Gründen keinen Termin im Impfzentrum oder in einer Arztpraxis wahrnehmen können.

„Es gibt Menschen, für die es sehr schwierig ist, Impftermine zu vereinbaren und wahrzunehmen, weil sie beruflich ständig unterwegs und deshalb kaum flexibel sind. Wir möchten diesen Menschen nun eine Möglichkeit schaffen, sich impfen zu lassen“, erklärt Norbert Burmann, Gesundheitsdezernent des Kreises. „So können sich LKW-Fahrer und Geschäftsreisende, aber auch alle anderen Menschen an unserer mobilen Impfstelle an der Autobahn in dieser Woche ganz spontan impfen lassen und haben dann einen vollständigen Impfschutz. Hier nutzen wir die strategisch günstige Lage des Kreises Herford an der A2 auf der Ost-West-Achse“.

Besonders schwierig sei eine Terminvereinbarung zur Impfung zudem für Menschen, die keinen festen Wohnsitz in Deutschland haben, hier aber regelmäßig arbeiten. Auch diese Menschen sollen mit einbezogen werden. Denn die A2 wird als Ost-West-Route von vielen Arbeiternehmer*innen mit Wohnsitz im Ausland genutzt. Schon auf der Autobahn – ab 12 Kilometer vor der Impfstelle – wird in verschiedenen Sprachen auf die Impfstelle des Kreises Herford hingewiesen werden. Und auch an den umliegenden Rasthöfen wird mit Handzetteln in verschiedenen Sprachen auf die Impfmöglichkeit aufmerksam gemacht. So bleibt etwas mehr Zeit, zu überlegen, ob man den Abstecher zum Impfen machen möchte.

 

Wer ist beteiligt?

„Ein Stück weit ist das ein Experiment, denn wir sind die Ersten in NRW mit einer Impfaktion an der Autobahn“, räumt Dezernent Norbert Burmann ein. „Wir freuen uns, dass wir bei allen beteiligten Behörden so viel Unterstützung und gute Tipps für die Umsetzung bekommen haben. Die Autobahn Westfalen, das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales und die Autobahnpolizei waren in die Planungen eingebunden und werden die Umsetzung auch begleiten“.

Das Deutsche Rote Kreuz übernimmt sanitätsdienstliche Aufgaben an der Impfstelle vor Ort, das medizinische Personal wird vom ärztlichen Leiter des Impfzentrums, Dr. Patrick Diekmann, organisiert. Das Liegenschaftsmanagement des Kreises kümmerte sich im Vorfeld um den logistischen Aufbau.

Wenn die Impfaktion gut angenommen wird, ist eine Verlängerung der Impfaktion oder auch eine Impfstelle an der A 30 möglich.

 

Wie funktioniert es vor Ort?

Nachdem das Fahrzeug auf dem Parkplatz abgestellt wurde, wird die Impfstelle zu Fuß durchlaufen – es ist also kein Drive-In.

„Trotz des unüblichen Ortes läuft die Impfung nach gewohnten medizinischen Standards ab“, erklärt Dr. Patrick Diekmann, ärztlicher Leiter im Impfzentrum des Kreises: „In einem Container ist ein Wartebereich eingerichtet worden. Der Impfvorgang an sich findet in einem Sattelzug statt. Das Deutsche Rote Kreuz stellt einen Rettungswagen für die 15-minütige Nachbeobachtung. Ein medizinisch geschulter Sanitätsdienst ist vor Ort. Zuvor wird bei der Impfaufklärung darauf hingewiesen, dass bei möglichen Impfreaktionen oder Unwohlsein nicht mehr am Straßenverkehr teilgenommen werden sollte“, so Diekmann.

Eine Vorabanmeldung ist nicht notwendig, mitzuführen sind jedoch unbedingt Ausweispapiere (Personalausweis, Reisepass) und – wenn vorhanden – ein Impfpass. Falls kein Impfpass vorliegt, kann vor Ort ein neuer ausgestellt bzw. eine Bescheinigung erhalten werden. Die Anamnese- und Aufklärungsbögen werden vor Ort in verschiedenen Sprachen vorliegen.

Das digitale Impfzertifikat kann in einer Apotheke nach Vorlage des Impfausweises und Identitätsnachweis erstellt werden. Bei mobilen Impfungen ist es leider nicht (wie im Impfzentrum sonst üblich) möglich, das Zertifikat vor Ort auszustellen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.