Helden der Nacht(schicht)

Helden der Nacht(schicht)
Im OP des Klinikums werden Leben gerettet, jeden Tag und jede Nacht

Im OP ist keine Nacht wie die andere. Was immer gleich bleibt: Menschen, die Leben retten, während andere schlafen. Eine Nacht lang wurde das Team des Klinikums begleitet.

Herford. 23:05 Uhr in Saal 1: Neurochirurg Dr. Timothy Ogutu markiert eine Stelle auf der Kopfhaut seines Patienten. Wenige Minuten später wird er den Bohrer ansetzen, ein kleines Loch bohren und dem 85-jährigen Mann das Leben retten. Einige Stunden zuvor war der Patient mit Gangstörungen über die Notaufnahme ins Klinikum gekommen. Ein MRT zeigte ganz deutlich eine Blutung, die sich in seiner linken Gehirnhälfte ausgebreitet hatte. Er war gestürzt und dabei auf den Kopf gefallen.

In Saal 6 klingelt das Telefon von Anästhesist Alexander Hama. Hier entfernen die Chirurginnen Stephanie Brünjes und Christina Flader einen entzündeten Blinddarm. Während der Anästhesist die Narkose seiner Patientin überwacht, bereitet er sich gedanklich schon auf den nächsten Eingriff vor. Eine Patientin mit Darmverschluss wird er im Anschluss betreuen.
Die Anästhesisten kümmern sich rund um die Operation um die Patienten. Sie koordinieren die Eingriffe in den OPs, informieren die Operateure, sprechen sich mit Anästhesiepflegern und dem OP-Pflegeteam ab und führen selbstverständlich auch die Narkose durch. „Oft müssen Entscheidungen sehr schnell getroffen werden. Wichtig ist, dass sich das Team aufeinander verlassen kann, alle Hand in Hand zusammenarbeiten – Tag und Nacht“, erklärt Hama.
In der OP-Schleuse nimmt Anästhesiepfleger Thorsten einen 16-jährigen Patienten in Empfang. „Nun bekommst du auch noch eine grüne Haube auf den Kopf, damit du so lustig aussiehst wie wir“, scherzt er mit dem sichtlich aufgeregten Jungen. OP-Pflegerin Sarah deckt ihren Patienten währenddessen mit einem warmen Laken zu. „Damit dir schön warm ist“, erklärt sie. Sarah wird den urologischen Notfall begleiten. Gemeinsam mit dem Operateur Dr. Toma steht sie kurze Zeit später am OP-Tisch und assistiert.
1:30 Uhr in Saal 4: Oberarzt Dr. Egbert Schlüter leitet die Narkose ein. „Sie werden zunehmend müde, gleich werden Sie tief und fest schlafen. Träumen Sie etwas Schönes“, sagt der Anästhesist. Die Lider der jungen Frau auf dem OP-Tisch werden sichtlich schwerer und schwerer, bis sie schließlich eingeschlafen ist. Die vorerst letzte Operation in dieser Nacht beginnt. Sie wird von den Gynäkologen durchgeführt. Die beiden Operateure Dr. Matthias Oelke und Levan Dsotzenidze stillen die Blutung einer geplatzten Zyste und erhalten damit den Eierstock ihrer Patientin.

Eine Stunde später steht das OP-Team zusammen und bespricht was zu tun ist, sollte es in dieser Nacht weitere Notfälle geben. „Wir sind rund um die Uhr für unsere Patienten im Einsatz und das geht nur im Team, jeder an seinem Platz“, erklärt Anästhesiepfleger Thorsten, bevor sich alle auf den Weg in ihre Bereitschaftszimmer machen, um ein wenig die Augen zu zumachen.

Foto: Assistenzarzt Levan Dsotzenidze, OP-Pfleger Patrik Seitz und Dr. Matthias Oelke während eines gynäkologischen Eingriffs.

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