Brisante Träume – Die Kunst der Weltausstellung

Neue Ausstellung im Marta

Die wohl größte Leinwand des Ausstellungsherbstes ist nun installiert: Das Werk „Air, fer, eau“ von Robert Delaunay entstand auf einer Fläche von  10 x 15 m als Auftragswerk für die Pariser Weltausstellung 1937. Nach einer einjährigen und aufwendigen Restaurierungsmaßnahme ist es nun erstmalig wieder in alter Farbenpracht Im Marta Herford zu sehen und Teil der Kooperationsausstellung „Brisante Träume – Die Kunst der Weltausstellung“.

Seit der ersten Weltausstellung in London 1851 haben sich die Expos zu einem weltweiten Spektakel entwickelt. Neben Technik, Wissenschaft, Politik und Unterhaltung spielte dabei auch die Kunst eine zentrale Rolle. Bildgewaltig erwecken Marta Herford und das Kunstmuseum Ahlen mit der Kooperationsausstellung „Brisante Träume“ fünf Expos zwischen 1937 und 1970 zu neuem Leben. Während sich das Kunstmuseum Ahlen vor allem den historischen Zusammenhängen der Weltausstellungen widmet, entfachen im Marta Herford zeitgenössische Künstler*innen einen lebendigen Austausch mit der Geschichte. Parallel an zwei Orten finden so Themen wie das Menschenbild und Demokratie, Atom und Kosmos, Utopie und Technik zur „besten Weltausstellung der Welt“ zusammen.

„Die Künste als Botschafter der Nationen – seit über 150 Jahren beweisen die internationalen Weltausstellungen, dass Fortschritt nicht allein von Technik und Ökonomie bestimmt wird. Künstler*innen sind Gestalter der Zukunft.“ Roland Nachtigäller

Der Londoner Chrystal Palace, das Brüsseler Atomium, der Pariser Eiffelturm oder Picassos „Guernica“: Auch heute noch sind viele Bauten und Werke vergangener Weltausstellungen fest im allgemeinen Bewusstsein verhaftet. Im Zuge der Industrialisierung und des schnell wachsenden Welthandels sollte mit dem Konzept der Expo eine global wahrgenommene Leistungsschau entstehen, die die Bereiche Wirtschaft, Industrie und Wissenschaft umfasste. Seit Beginn der mittlerweile 167-jährigen Expo-Geschichte hatten aber auch die Künste eine wichtige Funktion. Werke wurden zum Indikator für politische und gesellschaftliche Fragestellungen oder dienten der Vermittlung nationaler Identität. Im Marta Herford werden mit zahlreichen Exponaten und Dokumenten die fünf richtungsweisenden Weltausausstellungen in Paris 1937, New York 1939/40, Brüssel 1958, Montreal 1967 und Osaka 1970 in den Dialog mit zeitgenössischen Werken treten. Diese Zeitspanne von über 30 Jahren, in der sich die Welt politisch, technologisch und kulturell massiv verändert hat, entfaltet sich vor den Besucher*innen als lebendige Atmosphäre der Schaulust und fordert zugleich einen kritischen Blick auf die Vergangenheit und in die Zukunft heraus.

 

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